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Per Anhalter durch die Digitalisierung: Teil 6

Posted on 07.02.2018 by Mirco Schönebeck - Principal

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Posted on 07-02-2018 by Mirco Schönebeck - Principal

"Ich habe mit dem Bordcomputer gesprochen."

"Und?"

"Er hasst mich."  

(Zitat aus per Anhalter durch die Galaxis).

Dieser Teil ist ein Intermezzo. Eine kleine Pause auf dem Weg durch die Digitalisierung. Mein persönliches Innehalten, um auf den Kompass zu schauen.

Seit dem letzten Blog sind ein paar Monate vergangen. Ich habe mir in der Zwischenzeit einen kleinen analogen Traum erfüllt. Eine mehrwöchige Hiking Tour durch Patagonien gefolgt von einer entschleunigenden Heimreise per Frachtschiff über den Atlantik. Viel analoge Zeit. Und für mich selbst. Das tat gut. Wege suchen und finden ohne Google Maps. Die Natur genießen und durch die eigenen Augen sehen und nicht auf YouTube. Fremde persönlich kennenlernen und sich austauschen und gemeinsam leiden und lachen. Und nicht auf Facebook.

Normalerweise sieht es bei vielen von uns ja so aus: Es bimmelt, es brummt. Wir sind ständig erreichbar. Wir posten, wir liken, und kommentieren im Netz, rund um die Uhr. Wir sind mittlerweile mehr im Netz als draußen; längst ist unser analoges Leben mit dem Internet verschmolzen.

Deshalb gibt es inzwischen “Digital Detox”, eine Methode, bei der wir lernen sollen, digital zu entgiften. Das Ganze ist ein Trend, der in den letzten Jahren aus den USA zu uns herübergeschwappt ist. Analoge Camps, die uns das digitale Entgiften beibringen wollen, schießen wie Pilze aus dem Boden. Dort, wo es immer lauter und schneller wird, verspüren viele Menschen verstärkt den Wunsch nach gezielten Online-Pausen. Das ist auch ein Trend, der das Thema Digitalisierung in den Unternehmen betrifft. Bedeutet das aber auch den Tod jeglicher Beschäftigung damit?

Nein. Die fortschreitende Vernetzung werden wir trotz aller Camps, Enthaltsamkeits-Apps und Detox-Methoden nicht aufhalten können. Und das wollen wir auch nicht. Wir möchten auch weiterhin wichtige Momente in unserem Leben festhalten, posten und teilen. Aber wir sollten uns ab und zu daran erinnern, mal Luft zu holen. Den Kopf aus dem Fenster zu strecken. Durchzuatmen. Raus zu gehen in die Natur. An die See zu fahren. Und nicht nur eine Beantwortungsmaschine für die anderen zu sein.

So eine digitale Reduktion wird uns bestimmt nicht schaden, denn neue Ideen und Projekte entwickeln wir gerade dann, wenn wir nicht ständig über sie nachdenken. Uns nicht immer ablenken lassen, von unseren Apps, der Geschwindigkeit und der Tonlage im Netz.

Fakt ist: Die Digitalisierung ist Realität. Fakt ist auch, dass sich mittlerweile eine Gegenbewegung bildet – die digitale Revision. Dahinter steckt das Phänomen, dass immer mehr Menschen eine ausgeprägte Skepsis gegenüber einem fast totalitären Anspruchs des Digitalen entwickeln. Dahinter steckt das Bedürfnis eine Balance zu finden. Eine Balance zwischen analoger Welt und der digitalen Möglichkeiten. Einer Balance zwischen Verbunden sein und Selbständigkeit, zwischen Ver- und Entnetzung.

Vielleicht hilft schon die Erkenntnis weiter: Der Mensch selbst ist nicht digital. Der Mensch Tony Stark in der Iron Man Rüstung hat ganz analoge Bedürfnisse und Stärken und Schwächen. Der High-Tech Anzug in Kombination mit der künstlichen Intelligenz Jarvis besitzen übermenschliche Fähigkeiten, sind aber alleine nutzlos. Aber wenn der Mensch diesen Anzug trägt besitzt er erstaunliche Fähigkeiten und Möglichkeiten. Allerdings ist er immer noch ein Mensch.

Wir sollten für einen nachhaltigen Erfolg Digitalisierung nicht als binäre Gleichung verstehen – eins oder null, entweder/oder. Und nicht als ausschließlich technischen Prozess. Sondern als einen Dialog des Technischen mit dem Menschlichen – mit dem Ziel einer zukunftsgerichteten Kreativität. Eine solch angereicherte Digitalisierung versteht die Technologie und Ihre Vernetzung als Katalysator von kundenzentrierter und ganzheitlichen Innovation. Sie erzeugt damit Verbindungen, die Menschen, Märkte und Dinge in Beziehung bringen. Schritte in Richtung einer gesunderen Integration.

Wie gesagt: Wir Menschen sind nicht digital. Wir sind Wesen aus Fleisch und Blut, die sich an der analogen Welt orientieren und dort ihre Bedürfnisse stillen können. Die digitale Re- und Evolution wird nur dann nicht scheitern, wenn sie sich mit dem Menschlichen rückkoppelt. Dabei geht es auch um soziale Fragen. Der sichtbaren äußeren Verbesserung und der inneren Weiterentwicklung. Um Fragen der Erleichterung, aber auch der Ermächtigung. Dabei kann digitale Technologie wunderbar unterstützen.

Sie darf aber nicht als Selbstzweck und reines Optimierungsinstrument missbraucht werden. Das wird nicht funktionieren. Nutzen wir aber ihren Segen auf kreative und menschliche Weise wird sie ein Erfolg. Und damit auch in Ihrem Unternehmen und Ihren digitalen Vorhaben.

Mit dieser Perspektive als Leitgedanke im Hinterkopf geht unsere Reise in den nächsten Beiträgen zu den Meilensteinen der Standortfindung. Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf der digitalen Reise? Wie kommen Sie dahin, wohin Sie wollen? Und wie nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit? Oder besser: Wie befähigen Sie Ihre Mitarbeiter als wesentlicher Teil der Organisation diesen Weg zu gestalten und selbst zu gehen.

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